Die Waldohreule

Die Waldohreule (Asio otus) ist nach dem Waldkauz die zweithäufigste Eulenart bei uns in Österreich. Der bis zu 40cm große Vogel (Spannweite max. 100cm) bewohnt Wälder, Feldgehölze, aber auch Parks und Gärten in der Nähe von offenen Flächen. Im Winter sammeln sich oft mehrere Exemplare in Nadelbäumen, welche von ihnen als Tagesschlafplätze genutzt werden.

Die Brutzeit der Waldohreule beginnt mit März und dauert maximal bis in den August hinein. Da sie keine eigenen Brutstätten baut, benötigt sie für die Brut unbedingt alte Nester von Krähenvögeln, wobei bevorzugt verlassene Elsternnester bezogen werden.

In mäusereichen Jahren können bis zu 5 Jungtiere aufgezogen werden. Die Jungvögel verlassen relativ früh das Nest, werden dann aber als sogenannte Ästlinge noch lange Zeit von den Altvögeln gefüttert. Die schrillen Bettelrufe der Jungtiere nach Futter sind dabei bis zu einem Kilometer weit zu hören.

Waldohreulen-Ästlinge (Riedau, April 2024)

Die Waldohreule kann sowohl von einem Ansitz aus, als auch im niedrigen Suchflug jagen. Wenn Ästlinge zu füttern sind, kann die Jagd auch schon rund um den Sonnenuntergang beginnen.

Waldohreule beim Jagen (Riedau, April 2024)

Waldohreulen in ihrem Schlafbaum (Riedau, Februar 2025)

Kommt eine Waldohreule ins Gebiet eines Waldkauzes oder Uhus, kann das mitunter auch tödlich enden. Haupttodesursache ist aber dennoch der Straßenverkehr. Mitunter kommt es leider auch immer noch vor, dass die Vögel geschossen oder vergiftet werden. Daher sollte man Totfunde jedenfalls melden.

Verletzt aufgefundene Vögel sollten ebenfalls gemeldet werden. Diese werden in der Greifvogelstation OAW Linz/Ebelsberg des Naturschutzbund Oberösterreich behandelt und mit etwas Glück später wieder ausgewildert.

Dem Exemplar in den untenstehenden Bildern musste aber leider der Flügel amputiert werden, weshalb es seinen Lebensabend nun dort in einer Voliere verbringen wird.

Verletzte Waldohreule (Riedau, März 2024), Bilder von mir persönlich bekannten Privatpersonen

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